„Das war Adrenalin pur…“ – Wie Frauen die Geburt erleben // „It was pure adrenalin… “ – How women experience giving birth

Heute starten wir unsere Interviewreihe – wir wollen euch Themen rund ums Baby hautnah erleben lassen. In unserem ersten Interview hat sich eine tolle Mama für uns Zeit genommen und berichtet ganz offen über das Erlebnis einer natürlichen Geburt.

Schön, dass Du Dir für uns Zeit genommen hast. Willst Du Dich unseren Lesern vielleicht kurz vorstellen?
M: Ja, gerne, gar kein Problem. Mein Name ist Maria, ich bin 37 Jahre alt und habe eine kleine Tochter. Die ist jetzt 6 Jahre alt.

Hattest Du eine natürliche Geburt oder einen Kaiserschnitt, wie war das bei Dir?
M: Mein Wunsch war immer eine natürliche Geburt und die konnte ich dann zum Glück auch haben. Das war mein Wunsch.

Also hast Du Dir im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, ob vielleicht ein Kaiserschnitt die angenehmere Lösung wäre?
M: Nein gar nicht. Ich wollte unbedingt das Gefühl erleben wie es ist ein Kind auf die Welt zu bringen. Mit Schmerzen, mit allem drum und dran. Für mich war es auch wichtig, dass ich hinterher schnell wieder fit bin. Das ist natürlich bei einem Kaiserschnitt alles nicht so einfach. Ich hatte bei einer Freundin miterlebt, dass es ganz schön lange gedauert hat, bis sie wieder auf den Beinen war.

Das hört sich ja ganz schön mutig an. Hattest Du nicht auch mal Bammel?
M: Am Anfang meiner Schwangerschaft hatte ich auf jeden Fall Angst. Viele Mütter haben mir erzählt wie schlimm eine Geburt sei. Ich hatte das Gefühl, jeder hatte eine noch schlimmere Geburt, als der andere. Aber dann habe ich für mich beschlossen mir das nicht mehr anzuhören, sondern ich habe dann immer von vorne herein gesagt: Ich will das gar nicht wissen. Ich will MEINE Geburt erleben. Und mir mein EIGENES Bild machen.

Erzähl doch mal, wie war das denn, als Deine Wehen angefangen haben?
M: Also, ich hatte am 24. Dezember eigentlich Termin. Mein Frauenarzt hatte mir aber am 21. Dezember gesagt, dass es noch lange nicht los geht, weil meine Kleine noch nicht ins Becken gerutscht war. Es ging dann trotzdem  zwei Tage vorher los. Ich habe den ganzen Tag noch gearbeitet und habe überhaupt nichts gemerkt. Abends habe ich dann ein warmes Bad genommen. Das habe ich die ganze Schwangerschaft über geliebt. Und genau um Mitternacht gingen dann die Wehen los.

Wie haben sich denn die ersten Wehen angefühlt?
M: Zuerst habe ich nicht einschätzen können, ob das jetzt Wehen sind, oder ob mein Baby jetzt ins Becken rutscht. Das hat sich angefühlt wie Regelschmerzen.

Wie haben sich denn die starken Wehen angefühlt?
M: Ich bin nach den ersten Wehen erst mal wieder eingeschlafen. Dann ist es stärker geworden, das waren wie so Schmerzwellen. Der Bauch hat sich verhärtet und der Schmerz ist mir dann von dort aus ins Becken hineingezogen.

Das hat sich dann wie richtige Wehen angefühlt, oder?
M: Ja, so ungefähr ab 3 Uhr war ich mir sicher: Das sind richtige Wehen [lacht].

Wie bist du mit den Wehen umgegangen?
M: Da ich wusste, dass ich ein Mädchen bekomme -was ich mir unendlich gewünscht hatte- konnte ich mich total in diese Wehen „reinentspannen“, mich fallen lassen. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das war Adrenalin pur.

Wann bist Du denn ins Krankenhaus?
M: Um 6 Uhr habe ich meine beste Freundin angerufen, mein Mann war geschäftlich unterwegs. Sie hat mich dann ins Krankenhaus gefahren, da hatte ich schon alle 5 Minuten Wehen.

Wie war das, als Du dann im Krankenhaus warst?
M: [lacht] Im Krankenhaus haben die erst mal mit mir geschimpft, weil ich so spät gekommen bin. Normalerweise bekommt man ja bei einer natürlichen Geburt vorher einen Einlauf. Da war bei mir gar keine Zeit mehr dafür. Ich bin sofort vom Empfang in den Kreissaal gekommen. Dann haben die kurz gecheckt, ob mit meiner Kleinen alles ok ist, haben meinen Blutdruck gemessen. Dann gingen auch schon die Presswehen los. Die mussten mir während ich schon Presswehen hatte meine Fruchtblase sprengen. Das ist total ungewöhnlich, normalerweise springt ja die Fruchtblase schon vorher von alleine.

Jetzt mal ganz ehrlich, haben die Presswehen und die Geburt nicht höllisch weh getan?
M: Es hat schon sehr weh getan. Aber ich konnte mich während der Geburt irgendwie unglaublich entspannen. Ich war vorher in der Schwangerschaftsgymnastik und da haben wir diese Entspannungsübungen ja gelernt. Ich konnte das irgendwie gut umsetzen. Die Presswehen tun natürlich echt total weh. In dem Moment denkt man, es zerreißt einen. Aber ich hab dann irgendwie immer gedacht: Nur noch ein paar Minuten, dann habe ich mein Kind im Arm.

Und dann kam das Kind, wie hat sich das für Dich angefühlt?
M: Ich habe mich ein bisschen aufgesetzt, weil ich sehen wollte, wie mein Kind geboren wird. Die Hebamme hat mich von hinten abgestützt. Es kam dann eine Presswehe bei der der Kopf und die Schultern rauskamen, das hat echt weh getan und bei der letzten Presswehe, ist die Kleine dann einfach rausgeflutscht. Sie hat zum Glück auch gleich geschrien und der Arzt hat sie mir sofort auf die Brust gelegt.

Was für ein Gefühl war das für Dich?
M: Glück pur! Und unglaublich stolz war ich.

Wie hast Du die Nachgeburt erlebt?
M: Das waren dann vielleicht noch mal so 5-6 Minuten und hat sich wie am Anfang der Geburt wie starke Regelschmerzen angefühlt. Und dann ist die Nachgeburt gekommen. Aber das habe ich dann alles nicht mehr so richtig mitbekommen, ich war voller Glückseligkeit.

Eine letzte Frage: Würdest Du noch mal eine natürliche Geburt erleben wollen?
M: Ich kann nur für mich persönlich sprechen. Wenn alles glatt geht und es keine Komplikationen gibt, dann auf jeden Fall, ja. Aber das muss wirklich jede Frau für sich selbst entscheiden, jeder empfindet eine Geburt natürlich anders.

Vielen Dank für Deine offenen und ehrlichen Antworten.
PureStart PNG


Today we start with our interview-series – we want you to experience everything there is to know about expecting, delivering and having a baby. Our first interview partner is a great mom. She tells us all about her experience on delivering her babygirl naturally.

Thank you for giving us your time. Before starting, can you introduce yourself to our readers?
M: Sure, no problem. My Name is Maria, I´m 37 years old and I have a little daughter. She is 6 years old.

Did you have a natural birth, or a C-section – what did you experience?
M: It was always my dream to deliver naturally. And I am lucky to actually was able to give birth naturally.

Before giving birth, did you think about if a C-section would be the more pleasant solution?
M: No, never. I really wanted to experience the physical feeling of delivering a baby. With all the pain, with all that comes along with it. For me it was also very important to recover rapidly. That´s a crucial aspect of delivering by C-section. A friend of mine had one and it took her quite a bit to recover.

That sounds pretty brave. Haven´t you been afraid at all?
M: In the beginning of my pregnancy I was definately scared. A lot of mothers were telling me horror stories about giving birth. I had the feeling, every delivery I was told about was even more horrifving, than the one I was told about before. That was when i decided, that I didn´t want to hear any more of these stories. I told everyone: I don´t want to hear it! I want to experience MY cildbirth. I want to get MY OWN picture of it.

Tell us, how did you experience your first contractions?
M: My due date was December 24th. My gynecologist told me on December 21, that it would probably take some time, my little one wasn´t in the right labor position yet. Anyway, my labor started 2 days before due date. I was working the whole day and I didn´t feel anything. In the evening I took a bath – I loved that during my whole pregnancy. And exactly at midnight my contractions started.

How did the first contractions feel like?
M: At first, I couldn´t really appraise, if the pain is coming from actual contractions. It felt more like menstrual cramps. I fell asleep again. and then the contractions got stronger.

How did the strong contractions feel like?
M: It felt like pain waves. My belly hardened and from there the pain pulled down into my pelvis.

That felt like real contractions, didn´t it?
M: Yes, at about 3 a.m. I was sure: These are real contractions [laughs].

How did you handle the contractions?
M: I already knew, that I was becoming a girl – I knew, my biggest dream is about to come true. Because of that, I was able to totally „relax into“ these contractions. I don´t know how to describe it. It was pure adrenalin. 

When did you take off to the hospital?
M: At 6 a.m. I called my best friend, my husband was still on a business trip. She took me to the hospital. At that point, my contractions were already 5 minutes apart.

What did you experience in the hospital?
M: [laughs]  In the hospital everybody was „angry“ with me because I was coming so late. Normally you get an enema before giving birth naturally. We had no time for that. From the reception I was directly brought to the delivery room. There they quickly checked out if everything is OK with my little one. They measured my blood pressure. And then the bearing-down pains started. They had to blast my amnion while I was already heaving bearing-down pains. That is totally uncommon, normally the water breaks before. 

Totally honest, didn´t the bearing-down pains hurt like hell?
M: Yes, they really did hurt a lot. But luckily I was able to totally relax during the whole process of giving birth. I was doing pregnancy exercises  during my pregnancy, I had learned how to relax. Luckily I was able to adopt that. Of course, the bearing-down pains hurt like hell. In that moment you really think that you get ripped apart. But I thought all the time: Only a few more minutes, then I can finally hold my baby.

And then the baby came, how did that feel?
M: I sat up a little. I wanted to see my baby´s birth. The midwife backed me from behind. Then there was a bearing-down pain and the head and the shoulders came out. That really hurt so bad. And with the last bearing-down pain my babygirl just slipped out. She was crying immediately and the doctor was laying her on my chest. 

What did you feel at that moment?
M: Pure joy! And I was very proud.

One last question: If you had the choice, would you want to experience a natural birth again?
M: I can only speak for myself. When everything works out as it should and there are no complications, then yes. But every woman has to decide herself, beacuse every woman feels different towards giving birth.

Thanks a lot for your open and honest answers.
PureStart PNG

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